französisches Panzerschiff Richelieu 1:200 (Halinski, 2.Auflage)

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Richelieu
Teile: 2206
Maßstab: 1/200
Länge: 122 cm

Die erste, bereits ein wenig in Vergessenheit geratene Superproduktion des Halinski-Verlages (Nr.10/1993, 2. Ausgabe): das französische Panzerschiff RICHELIEU als Kartonmodellbausatz in imposantem Maßstab 1:200.

Autorschaft: Grzegorz Nowak!

Als Antwort auf die Modernisierung und Aufstockung der Kriegsflotten der benachbarten Seemächte (Deutschland mit der BISMARCK, Italien mit der VITTORIO VENETO-Klasse) änderte Frankreichs Regierung in den 1930ern sein Programm des Ausbaus der Panzerschiffsflotte. Es sollen modernste Einheiten und zwar möglichst schnell in Dienst gestellt werden. Um die Vorhaben zu beschleunigen griff man auf die Konstruktion der DUNKERQUE, die stark vergrößert und erneuert zu einem schweren Linienschiff der Klasse RICHELIEU (und der Schwestereinheit JEAN BART) evolvierte. Die RICHELIEU lief am 17. Januar 1939 bei der Werft Arsenale de Brest vom Stapel. Es war ein überaus mächtiges Panzerschiff mit 380mm-Geschützen in seltener Ordnung (das „Erbe“ der DUNKERQUE) der Hauptartillerie: zwei Türme auf dem Vorderdeck mit je vier Rohren. Die verstärkte Bepanzerung stellte 37% des Schiffsgewichtes dar und entsprach der Devise, daß eine Schiffsbepanzerung ihm einen Schutz gegen Geschosse seines größten Kalibers gewährleisten sollte. In der Praxis konnte es bei 380mm-Geschossen auf Nahentfernungen natürlich keinen Schutz geben - beinahe alle Bepanzerungen können mit solchen großkalibrigen Geschossen durchdrungen werden, bei Gefechten auf mittleren oder weiten Entfernungen bewiesen jedoch die bis zu 44cm-starken Panzerbleche der RICHELIEU ihre Qualitäten! Schon während des Baus des Linienschiffes wurde es mehreren Modifikationen unterzogen: Man hat z.B. die Form und die Höhe des Rumpfes verändert, um die Sichtweite von der Brücke durch Rauch nicht zu begrenzen; man hat auf zwei 152mm-Geschütze zu Gunsten der Flak-Artillerie verzichtet, es wurde die geplante Verdrängung überschritten… Zu dem Zeitpunkt des deutschen Angriffs auf Frankreich war die Einheit noch nicht vollständig beendet und wurde nach Nordafrika abkommandiert. In Casablanca erfuhr die Besatzung des Linienschiffes, daß Frankreich seine Kapitulation mit Deutschland unterzeichnete. Insgesamt befanden sich zu dem Zeitpunkt in nordafrikanischen Häfen fünf französische Panzerschiffe. Ihre Feuerstärke bewies die RICHELIEU bei der Abwehraktion eines Angriffes auf Dakar am 23. September 1940, da die Alliierten ab Juli 1940 eine Jagd aus der Luft und aus dem Wasser auf die schweren Einheiten begannen, um die reale Gefahr der Übernahme der Schiffe durch die Deutsche oder Italienische Marine zu verhindern – sie sollten entweder übernommen oder, wie es hieß “neutralisiert“ werden… Die JEAN BART wurde mehrmals durch die USS MASSACHUSSETS und mit einigen Fliegerbomben getroffen und lief auf Grund bei Casablanca. Die RICHELIEU hatte mehr Glück und durch die HMS RESOLUTION weitestgehend erfolglos beschossen, erlitt sie nur geringe Beschädigungen durch einen Torpedotreffer von einem Trägerflugzeug der HMS HERMES. Am 25. Januar 1942 wurde die RICHELIEU durch die Besatzung des „Freien Frankreich“ erobert und nach Entwischen einer Jagd, diesmal durch die deutschen U-Boote, lief sie in New York ein. Dort blieb sie vorerst knapp 2 Jahre in der Arsenal-Werft in Brooklyn liegen, wo sie einer umfangreichen Instandsetzung und Modernisierung unterzogen wurde, wo u.a. seine Flak-Artillerie umgebaut und verstärkt wurde. Ohne spektakuläre Zwischenfälle verlief der Dienst des Linienschiffes im Verband der Home Fleet, gestützt in Scape Flow, hauptsächlich bei Patrouillenfahrten. Auch ihre weiteren Einsätze auf den Gewässern des Indischen und später des Pazifischen Ozeans verliefen ohne größere Ereignisse. Auf dem Rückweg nach Europa im September 1945 in Begleitung des britischen Panzerschiffes HMS NELSON fuhr die RICHELIEU auf eine Magnet-Seemine auf. Die Explosion beschädigte die Schiffskonstruktion jedoch nur oberflächlich. Nach dem Krieg folgten div. Schul-, Aufklärungsfahrten, aber auch zahlreiche offizielle Besuche. Im Jahre 1956 wurde die RICHELIEU noch einmal bei der Operation im Bereich des Suezkanals eingesetzt. 12 Jahre lang danach blieb das Linienschiff dann in der Reserve, dann teilte es das Schicksal der meisten Militärschiffe nach dem Krieg und wurde abgewrackt…

Verdrängung/Kampfverdrängung: 35000/ 48500 t; Bepanzerung: zwischen 225mm und 400mm; Antrieb: 4 Persons-Turbinen, 6 Kessel; Leistung: 114000 kW (entspricht etwa 155000 PS); max. Geschwindigkeit: 32,5 kn; Kraftstoffvorräte: 8000t; Reichweite: 10000 sm (etwa 18500 km); Besatzung: 1670 Mann, darunter 70 Offiziere.

 

2206 Elemente auf 20 Bögen 30x42cm beeindrucken immer noch: gut detaillierte Decks, Aufbauten, Waffen (wobei die Geschütze der Hauptartillerie als schwenk- und drehbar und die der mittelkalibrigen Artillerie schwenkbar dargestellt werden können) und Details.

Es ist ein Vollrumpfmodell, das auch als Wasserlinienmodell gebaut werden kann.

Vielleicht nicht die modernste Graphik und noch nicht die brillante Druckqualität von heutigen Halinski-Produktionen aber eine solche, die eine originalgetreue Nachbildung des Schiffes gewährleisten!

General-, Bauzeichnungen und Detailskizzen ergänzen die polnische Bauanleitung.

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